Montag, 16. Februar 2015

Game Tipps & Reviews: Xenoblade Chronicles

Das nun vorgestellte Spiel ist eines meiner persönlichen Favoriten:



Gerade Final Fantasy Fans dürften bei diesem Spiel Freudensprünge machen, denn meiner Meinung nach ist es wie ein Final Fantasy Spiel nur ohne alles was mich persönlich stört. 
Das Game gibt es seit 2011 auf dem europäischen Markt für die Wii. Ja, ihr habt richtig gehört: Für die Wii und ja ich habe gerade indirekt gesagt, dass ich Xenoblade Chronicles besser finde als Final Fantasy! Zumindest besser als die neuen Teile. Natürlich ist Xenoblade Chronicles kein grafisches Wunder im Vergleich zu Final Fantasy, doch für die damaligen Wii Verhältnisse schon ganz schön krass.
Doch alles der Reihe nach!

Worum geht es in Xenoblade Chronicles?
Einst kämpften die beiden Titanen Bionis und Mechonis gegeneinander. Sie wurden schwer verwundet und fielen in eine Art Scheintot. Über die Jahre begann sich Leben auf beiden Titanen zu entwickeln: Auf Bionis wuchsen organische Lebewesen heran und auf Mechonis eher mechanische Wesen. Die Bewohner beider Titanen stehen im Krieg zueinander und so beginnt die Geschichte. Nach einer großen Schlacht schien es als seien die so genannten Mechons besiegt oder zumindest zurückgedrängt worden, doch die Realität sieht anders aus: In einem überraschenden Großangriff zerstören sie Kolonien und töten unzählige Menschen. 
Der junge Forscher Shulk macht sich mit seinem Freund Reyn auf um den Mechons Einhalt zu gebieten. Dafür hat er das Monado - eine alte Waffe, welche die Panzerung der Mechons durchbrechen kann. 

Neben den menschenähnlichen Homs bevölkern die Hochentia und die Nopons Bionis


Die (Haupt-)Charaktere
Neben Shulk und Reyn gibt es fünf weitere Charaktere, die man spielen kann. Ja richtig, es gibts insgesamt 7 Charaktere! Nun denkt man vermutlich an das alte Konzept von Final Fantasy von einer Hauptgruppe und einer Nebengruppe, doch hier ist es etwas anders:
Alle Charaktere reisen zusammen und man kann jederzeit wechseln. Die eigentliche Kampftruppe besteht aus 3 Charakteren, doch auch hier gibt es einen feinen aber schönen Unterschied zur Final Fantasy Reihe. Der offizielle Protagonist Shulk muss nicht in der Gruppe sein! Man kann also seine Gruppe so zusammenstellen wie man möchte. Außerdem kann man den Gruppenführer selbst bestimmen, der dann auch gespielt wird. Man kann also selbst bestimmen mit welcher Figur man sich durch die Welt von Bionis und Mechonis bewegen möchte. 

Von Hass und Liebe
Dieses Konzept der freien Charakterwahl hat natürlich auch einen Grund: Überall in der Welt sind bestimmte Gesprächsereignisse zu finden. Diese können nur unter bestimmten Bedingungen statt finden: zu einer bestimmten Tageszeit (dazu „Tick-Tack"), man muss beide Charaktere im Team haben und man muss ein bestimmtes Verhältnis haben. Unzwar beginnen alle Charaktere mit einem neutralen Verhältnis zueinander. Nun kann man ihr Verhältnis verbessern indem beide in einer Gruppe sind und miteinander kämpfen (siehe „Kampfsystem und Skill Tree") oder indem sie sich Geschenke machen (siehe "Items und ihre Verwendung").
Ist die Beziehung also hoch genug, kann man neue Gespräche freischalten und die Charaktere arbeiten im Kampf und beim Kristalle schmieden besser zusammen (Kristalle schmieden: siehe "Rüstungen und Waffen")


Die einzelnen Symbole: Von Hass bis Liebe ist alles dabei


Ein sehr komplexes Netz
Eine Verhältnisübersicht gibt es auch bei allen Nebencharakteren mit Namen (und das sind nicht gerade wenige). Denn auch die NPCs haben Verhältnisse untereinander und so bekommt man einen sehr schönen Überblick, wer wen hasst und wer heimlich in wen verliebt ist, wer vor wem Respekt oder Angst hat und die Zeiten wann die einzelnen Leute an welchem Ort anzutreffen sind (siehe "Tick-Tack")

Eine Großübersicht, wie man sieht sind die einzelnen Gebiete auch untereinander vernetzt.


Tick-Tack
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass es Tageszeiten gibt, doch ich gehe noch weiter: Es gibt eine Fortlaufende Uhr und auch der Himmel ändert sich immer dementsprechend.

Der Startbildschirm, wenn man nichts tut. Es beginnen sich langsam Tag und Nacht abzuwechseln


Die Uhrzeit hat einen sehr starken Einfluss. Zum einen sind bestimmte Personen nur zu bestimmten Zeiten anzutreffen und bestimmte Monster nur tags oder nachts. Nachts werden die Monster mehr oder einige auch gerne mal etwas stärker. 
Doch keine Sorge, wenn man mal knapp die Zeit verpasst kann auch im Spiel selbst eine bestimmte Uhrzeit wählen von der aus das Spiel dann weiterlaufen soll.
Übrigens hat bei Monstern auch gerne das Wetter Einfluss, denn es gibt mal regnerische und mal sonnige Tage. Dementsprechend zeigen sich die Monster dann auch nur, wenn ein Wetter herrscht, welches sie als angenehm erachten.

Was wäre ein Spiel ohne Monster?
Natürlich gibt es auch in Xenoblade Chronicles Monster, also keine Sorge! Sogar eine sehr große Auswahl. Doch in diesem Spiel empfielt es sich nicht alles anzugreifen was man sieht! 
Man sieht die Gegner bereits in der Entfernung und auch ihr Level - zum Glück, denn in jedem Gebiet gibt es spezielle starke Gegner. So findet man gerne mal zwischen lauter 3 Level Monstern eins der Stufe 83! Doch auch unter den Monstern wird gerne unterschieden. So gibt es 4 Verhaltensmuster:
• Friedlich (die Monster greifen nicht selbstständig an)
• Ein Auge (diese Monster greifen einen an, wenn sie einen sehen)
• Schall (Monster mit diesem Symbol sind friedlich solange man keinen Lärm macht - also kein rennen, kämpfen etc)
• Ätherempfindlichkeit (Kommt häufig bei Elementaren vor; sie werden aggressiv wenn Äther verwendet wird) *

[* Äther ist die Lebenskraft der Lebewesen und kann gleichzeitig als Waffe oder zum heilen verwendet werden]

Desweiteren gibt es spezielle einzigartige Monster, welche eine Verzierung an ihrem Datenfeld besitzen. Diese sind stärker als normale Monster auf diesem Level (quasi wie spezielle Gruppenmonster in einem MMORPG)

Monster mit einer solche Verzierung sind so etwas wie kleinere Bossmonster



Rüstungen und Waffen
Normalerweise gibt es über Rüstungen und Waffen nicht allzu viel zu sagen, doch bei Xenoblade Chronicles gibt es dann doch schon einige Dinge, die nennenswert sind. Zum einen die riesige Auswahl an Waffen und Rüstungen (ausgenommen Shulk, der ja das Monado führt, welches weiter aufgebessert werden kann). An sich könnte man jetzt sagen „Pff, das haben andere Spiele doch auch!“ Doch X.C. hat sich hier scheinbar etwas an den Online Spielen orientiert, denn alle Waffen und Rüstungen haben ein eigenes Aussehen, welches nicht nur beim Erkunden der Welt, sondern auch in die Cutszenen mit übernommen wird. Es gibt nun 3 verschiedene Arten an Waffen und Rüstungen: die nicht upgradebaren, die festgelegten mit bereits eingesetzten Kristallen und die, die man selbst mit Kristallen upgraden kann. 
Es besteht übrigens die Möglichkeit mit Hitze in einem Kristallofen Kristalle zu schmieden oder zu verbessern. Die Materialien dafür bekommt man von Monstern quasi hinterhergeschmissen - man kann also viel ausprobieren welche Charaktere am besten in welcher Konstellation zusammen arbeiten können. 


Items und ihre Verwendung
In jeder Gegend kann man spezielle Objekte sammeln: die so genannten Harmonie Geschenke. Diese kann man in ein Sammelbuch setzen (bei Vollständigkeit winken natürlich Belohnungen) und dann kann man sie als Geschenke von einer Figur an eine andere Vergeben um das Verhältnis dieser zwei Personen zu steigern. 
Doch was hat es damit genau auf sich? Es gibt Objekte, die sich in diverse Kategorien einteilen lassen:

Gemüse • Obst • Blumen • Getier • Insekten • Natur • Technik • Seltsam

Jede Figur hat so ihre eigenen Vorlieben so ist z.B. Riki ein großer Fan von Insekten und Shulk liebt technischen Kram. Nun gibt es 6 Möglichkeiten: +1, +2, +3 oder anders herum -1, -2 oder -3 (ja es geht natürlich auch anders herum)
Man sollte also gut überlegen wer wem etwas schenken soll. 


Quests und Trophäen
Dass das Spiel sich scheinbar sehr stark an einem MMORPG orientiert hat wird an den unzähligen Quests deutlich! Oftmals muss man Gegenstände besorgen, Streit schlichten oder bei sich streitenden Kindern mit gutem Beispiel voran gehen indem zwei bestimmte Charaktere einen bestimmten Level im Verhältnis haben. Quests gibt es unzählige und man sollte jede Quest annehmen, die man bekommt (es gibt kein Maximum an Quests, die man annehmen kann). So gibt es zum Beispiel die große Quest eine gesammte Kolonie wieder aufzubauen und Leute in dorthin zu holen - die Belohnung: viele neue Quests und Läden in denen man einkaufen kann. 
Auch das Trophäen-Feature ist doch eine nette Sache! Es ist wie bei den PS oder XBox Spielen: Man bekommt Trophäen für die verschiedensten Dinge, doch bei X.C. sind sie nur eine nette Sammelsache. 


Kampfsystem und Skill Tree
Kommen wir nun zum Kampfsystem, Kampfverhalten und den Skill Trees (ja Plural, denn im Endeffekt gibt es 2!)
Im Kampf geht es wirklich drunter und drüber von der Stille in Final Fantasy (ja, erneut ein Vergleich) fehlt jede Spur. Die Charaktere bewegen sich, rufen sich gegenseitig Sachen zu und helfen sich. 
Zum einen gibt es die Motivation: Diese kann natürlich normal sein, die Charaktere können allerdings auch erhitzt kämpfen (dann machen sie mehr Schaden, nehmen allerdings auch mehr) oder sie sind verzweifelt (weil der Gegner vielleicht sehr stark ist)
In diesen Fall beginnen die Charaktere untereinander sich zu beruhigen oder wieder anzuspornen. Das Gleiche gilt, wenn eine Spielfigur schwächelt (die HP sind auf 0, doch das bedeutet bei X.C. noch kein Tod). Dann helfen die anderen ihm oder ihr wieder hoch (Solche Dinge können übrigens auch das Verhältnis zwischen zwei Charakteren verbessern).
Dann gibt es die so genannte Kettenfähigkeit wo man bei allen Charakteren Fähigkeiten auswählt, welche dann ausgeführt werden (es ergeben sich dadurch wunderbare Kombinationsmöglichkeiten über schwanken zum umfallen bis hin zur Ohnmacht des Gegners)
Eine weitere Interessate Fähigkeit, die allerdings erst im Laufe des Spiels freigeschaltet wird ist der Zukunftsblick. Shulk bekommt ab und an größere Angriffe zu sehen, die in einigen Sekunden dann wirklich passieren sollen. Nun besteht die Möglichkeit mit den Teammitgliedern zu agieren und sie zu warnen, dadurch kann man kurz in die Fähigkeitenauswahl des Gewarnten und mit ihm handeln. So kann man z.B. die Person heilen, einen Schutzzauber aussprechen oder die Aggro auf ein anderes Teammitglied lenken. 

(v.l.n.r.) Reyn, Shulk und Sharla

Bevor ich nun zu den Skills komme noch eine Sache: Interaktion während des Kampfes
Ich kann mir vorstellen, dass es viele Leute nerven kann, wenn die Spielfiguren miteinander agieren, doch ich persönlich finde es bringt noch etwas mehr Leben und Persönlichkeit in alles. Ein kleines Beispiel:
Ich hatte einen Kampf mit Shulk, Reyn und Sharla und nachdem Reyn den finalen Schlag ausgeführt hatte meinte er total überdreht:
„Sharla! Sharla! Hast du das gesehen? Hast du gesehen was ich gemacht habe?“
Sharlas Reaktion hielt sich allerdings etwas in Grenzen: „Oh, ich… habe nicht wirklich hingeschaut“ 
Worauf Reyn sehr enttäuscht reagierte: „Ach komm schon, das ist nicht fair!“
Shulks einzige Reaktion darauf war ein herzliches Lachen, da der Plan seines besten Freundes Sharla zu imponieren nicht funktioniert hatte.  

So nun kommen wir aber zu den Skills! Es gibt einmal die passiven Fähigkeiten wie die verschiedenen Arten von Rüstungen zu tragen und es gibt die eigentlichen Fähigkeiten Upgrades. Bei den Fähigkeiten kann man auch bestimmen, welche Fähigkeiten die Spielfigur mit den in Kampf nehmen soll (könnte von Interesse sein, wenn man im Laufe des Kampfes Zugriff darauf bekommt).

Der passive Skill Tree (man kann auch untereinander Tauschen und sich so seinen eigenen „Tree“ zusammenstellen)

Das Upgrade Menü für die Fähigkeiten. Die Stufen zum upgraden müssen erst durch Fähigkeitenbücher freigeschaltet werden.


Doch wie kämpft es sich nun steuerungstechnisch?
Ganz einfach! Man bewegt die Figur mit dem Analogstick und wählt währenddessen mit dem Steuerkreuz die Fähigkeiten aus. Mit A aktiviert man diese dann ganz einfach. 

Hier eine Ansicht des Kampfbildschirms


Open World Feeling deluxe
Der letzte Aspekt ist die Sache, die mir mit Abstand am besten gefällt. Ich hatte ja bereits erwähnt, dass X.C. grafisch natürlich kein Final Fantasy 13 oder so ist, doch wenn ich die Größe der einzelnen Maps vergleiche schneidet X.C. besser ab. Denn nicht selten sind die Orte und Landschaften größer und besitzen schon die Größe der Maps bei Online Rollenspielen. 
Umso mehr Spaß macht es sich laufend, springend und schwimmend durch diese Orte zu bewegen!

Es wird genau gezeigt wo auf welchem Titan sich ein Ort befindet (Hier: Der Makna Wald auf dem Rücken von Bionis)

Man kann sich sowohl oben auf fliegenden Inseln wie auch unten im Wasser frei bewegen.

Alles was man sieht, kann man auch irgendwie erreichen (ja auch die Berge im Hintergrund!)




Mein Fazit:
Ich hatte ja bereits erwähnt, dass dieses Spiel mit zu meinen absoluten Favoriten gehört und ich hoffe nun wird verständlich warum ich dieses Game so sehr liebe. Ich glaube ich habe es damals für 60€ bei Saturn in Dortmund gekauft und ich kann sagen: Es ist jeden Cent wert! 
Ich weiß noch, dass ich 60 Spielstunden hatte und noch nicht einmal 40% des Spiels geschafft hatte, weil ich einfach alle Quests machen wollte. Wer also keine Grafik-Hure ist und mehr auf eine schöne Story, schöne Landschaften und ein wirklich komplexes Spieleerlebnis achtet (und bereits ist wirklich 100 Spielestunden zu investieren in sofern er wirklich alles entdecken möchte) für den ist Xenoblade Chronicles das Richtige!

Übrigens soll dieses Jahr ein neuer Teil für die Wii U erscheinen. Startschuss wird in Japan der 29. April sein.


Und zum Abschluss eine Szene aus dem Spiel:



★ H I B I Y A ★

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